241 Maskenkatalog und Anmerkungen

Ingai Gasing           Daniel Empadi           Gani Samarubah      Schamane              
                                   Anmerkungen
Nr. 1006 / 002

Ingai Gasing: Ein Toter, gefährliches Geistwesen. Die Maske dieses Toten erinnert mich an die Feldforschungen von Peter Metcalf, der von 1979 bis 1982 am Baram arbeitete. Es ist wohl ein Toter vor der Erstbeerdigung. Metcalf fand schon damals nur noch wenige Masken dieser Art, weil vorwiegend Weichholz benutzt wurde. Dagegen ist dies hartes Holz. Ein weiterer Grund, dass nur noch eine begrenzte Zahl dieser Masken vorhanden ist, besteht im Konvertieren vieler Longhouse-Bewohner. In den ganz christlich gewordenen Langhäusern wurden die Masken abgehängt, weggeworfen oder verkauft. Man schrieb ihnen keine Power mehr zu. Dieser Verzicht auf die Benutzung der Masken war eine ungeheure Zäsur, weil mit sehr alten Traditionen gebrochen wurde. Zum Weltbild der meisten Dayak- Völker gehört, dass die Seele den Schlafenden oder den Toten verlassen kann. Kehrt sie nicht zurück, wird ihr Besitzer krank oder stirbt. Zwischen der Erst- und der Zweitbestattung ist diese Seele gefährlich für die Lebenden, weil sie in sie eindringen kann. Bei der Zweitbestattung begleiten Totengesänge die Seele zu den Ahnen in die Oberwelt. Die Totengesänge beschreiben die Reise dorthin. Sie beschreiben aber auch den umgekehrten Weg der Gründerahnen bis zu den heute Lebenden. Die Oberwelt ist ein Spiegelbild der Menschenwelt: Rechts ist links, oben ist unten, schwarz ist weiß.

Daniel Empadi: Diese Maske stellt einen Sterbenden dar, der noch nicht erkannt hat, ob er wirklich tot oder noch lebendig ist. Er befindet sich zwischen zwei Welten und fühlt sich verloren. Er trägt auf dem Kopf eineTapa-Bedeckung aus geschlagener Baumrinde. Die Maske wird zu einer Zeremonie getragen, welche die Seele des Sterbenden in die Wirklichkeit zurückholen soll. Im Falle des Todes aber sollen die Lebenden vor der gefährlichen Totenseele geschützt werden.

 

Fotos: Horst Rummel

Nr.1007 Nr. 1008 Nr. 1009
Nr. 1010 Nr. 1011 Nr. 1012
Nr. 1013 Nr. 1013 / 006

Daniel Empadi: Dies ist eine Geizmaske in Form einer hungrigen Gans. Sie stiehlt immer Essen vom Herd. In ihr wohnt ein geiziger Geist. Ihn lockt der Schamane mit klebrigem Reis, bis der Geist einen verklebten Magen hat und stirbt. Er hat über ein solches Ende nicht nachgedacht aufgrund seiner Gier und seines Geizes und hat immer alles in sich hineingefressen.

This is a hungry goose who always steels food from the kitchen. It is a very greedy animal. The shaman attracts the goose with sticky rice. The stomach gets closed up and the beast will die. Because of its greediness the goose didn‘t think of overeating.

 
Nr. 1014 Nr. 1015  
Nr. 1016 / 007

Daniel Empadi: Diese Iban-Maske stellt einen Bären dar. Bären können sehr agressiv sein. Dieser Bär kann sich in einen bösen Geist verwandeln. Man sieht schon seine Klauen und großen Zähne. Eine Maske die mit solchen Zähnen den Geist vertreibt. Die Iban tragen Bärenzähne auch an den Ohren und um den Hals. Das bewahrt sie davor, von einem solchen Geist in Besitz genommen zu werden. Sie bemerken dadurch die Anwesenheit eines Geistes in ihrer Nähe und nehmen sich besonders in acht.

This is a representation of a bear. A bear can be very active and can transform himself into a bad spirit. Especially this one. One can clearly recognize his teeth and claws. The mask with such teeth drives away evil spirits. Iban wear bear teeth as jewellery around the neck and pinned through the ears to be not captured by a bad ghost. Iban realizes an evil spirit in their neighbourhood.

Nr. 1017 Nr. 1018
Nr. 1019

Nr. 1020

Nr. 1021 / 009

Daniel Empadi: Diese Bidayuh-Maske stellt ein gefährliches Geistwesen dar, vergleichbar einem christlichen Teufel. Sie wird hier oft „Pontianak“ genannt. Sie ist eigentlich weiblich,
in Lumpen gekleidet mit langen Fingernägeln und Haaren, die manchmal aber auch fehlen. Ich habe hier in Kutching mal einen Film gesehen über Drakula, der hat mich an diesen Geist erinnert. Überhaupt werden unsere Pontianaks euren Teufeln ähnlich. Früher liess der Pontianak unsere Frauen oft im Kindbett sterben und die Säuglinge nach der Geburt. Denn nach der Geburt ist die Gefahr noch nicht vorbei. Darum werden nach der Beerdigung den Toten die Hände gebunden und mit einer bestimmten Farbe bemalt. Die Beine werden angenagelt, damit der Geist nicht zu anderen Menschen fliegen kann. Oft versucht er den Ehemann und alle Longhouse-Bewohner zu töten. Das geschieht schon, wenn auch nur ein Teil dieses Geistes den Körper der Toten verlässt. Der Schamane benutzt dann verschiedene Worte, um eine Verbindung mit dem Geist aufzunehmen. So erfährt der Schamane, wohin die Nägel geschlagen werden müssen. Ein solcher Nagel darf dann natürlich nie wieder benutzt werden.

The history of this mask can be compared with Drakula. The mask is looking like a christian devil.The bad spirit kills women directly after they delivered a baby and small children. For the funeral the hands get tied up and are painted with a certain colour. The legs are pinned to the ground to prevent the ghost from flying away. The spirit of the corpse now looks for the husband to kill him. One part of the ghost flies from place to place. The shaman mutters certain secret words to get order from the spirit where to place the pins. Only the shaman has got the power to tame the spirit. The needle is placed to give the spirit the chance to get transformed into a young woman. A needle should never be taken away from one child and be used again on another.

Nr. 1021 Nr. 1023  Nr. 1024
 Nr. 1025  Nr. 1026  Nr. 1027
 Nr. 1028  Nr. 1029  Nr. 1032
 Nr. 1033  Nr. 1034  Nr. 1035
 Nr. 1035a  Nr. 1036  Nr. 1037
 Nr. 1038  Nr. 1039  Nr. 1040
Maske Nr. 1041 
Nr. 1022  Nr. 1041 Nr. 1031
Nr. 1042 Nr. 1042 / 014

Daniel Empadi: Affenmaske - In den Bidayuh-Gebieten Borneos leben viele Makaken. Wenn der Affengeistin Personen eingedrungen ist, erscheinen diese aggressiver und dümmer alssonst. Manchmal träumen sie die ganze Nacht von einem entführten Familienmitglied. Sie leiden unter der Angst. Um den Geist zu bekämpfen und zu durch-schauen, liess der Schamane diese Maske anfertigen. Affengeister rauben auch gerne die Seelen kleiner Kinder und töten sie. Der Schamane trägt die Affenmaske, wenn Makaken sich in der Nähe des Hauses aufhalten. Wespen, Hornissen oder Bienen schützen die Kinder vor dem Affengeist.

Ape mask: In areas with Bidayuh population many makakes are living. After a spirit has taken possession of a person, he makes him more stupid and aggressive than he normally is. Sometimes the patient dreams for the whole night that somebody of the family was captured. They suffer from fears. When the ghost and the family ghost fight, the shaman will use this mask. The ape ghost is looking for souls of small children. If there are apes around the longhouse, the shaman lures the apes with this mask to kill them. Wasps, bees and hornets protect these children from being captured by ape ghosts.

 
Nr. 1043 Nr. 1044  
Nr. 1045 Nr. 1045 / 015

Daniel Empadi: Diese Maske wird gegen Geisteskrankheit eingesetzt, z. B. wenn jemand zwei Seelen hat. Dann spricht er mit sich selbst und wird manchmal aggressiv. Der Schamane fertigt die Maske an nach dem Ebenbild des Kranken. Er setzt sie ein, um ihn von der zweiten Person zu befreien. Deren Geist wird in einer kleinen Flasche gefangen. Die Flasche wird mit einem roten Faden verschlossen und in der Erde vergraben. Der Platz wird gekennzeichnet. Die Flasche ist das Gefängnis des bösen Geistes. Nur zwei Personen erkennen den Austritt des bösen Geistes aus dem Körper: Der Schamane und der Patient.

 
Nr. 1046 Nr. 1047  
Nr. 1028 Nr. 1048 / 011

Gani Samarubah: Fledermaus-Maske der Bidayuh. Es ist der Pontianak-Geist, ein weiblicher. Oft wird er zur Abschreckung auf Reisfelder gestellt als eine Art Vogel-scheuche. Die Ohren bewegen sich und klappern im Wind.

This is a bat-mask,

a female called Pontianak.The mask is deterrent. We use such masks as a scarecrow to protect our rice. The ears of the mask are clattering in the wind.

Nr. 1049 Nr. 1050 Nr. 1051
Nr. 1052 Nr. 1052 / 019

Daniel Empadi: Die Kayan haben Berg- und Höhlenteufel. Die können sich in unterschiedliche Figuren verwandeln, z. B. in eine hübsche Frau. So hörte Daniel von einem Freund seines Onkels, dass Menschen, die sich im Dschungel aufhalten, nie über Frauen sprechen sollten. Es könnte passieren, dass eine solche plötzlich vor ihnen steht, die von einem Geist in den Dschungel gelockt wurde. Sie könnte getötet werden. Diese Maske wird von den Schamanen auch benutzt, um verirrte Frauen aus dem Dschungel zu erkennen und zurückzurufen. Kayan u. Kenyah = Orang Ulu.

Kayan tribes believe in mountain and cave demons. They can transform themselves into different figures, also into a beautiful woman. (A friend of Daniels uncle said, people in the jungle will never talk about women. It could happen, the person appears suddenly and gets lured from the ghost deep into the jungle to be killed by the him.) This mask is worn by the shaman to call back the lost spirit.

   
Nr. 1053    
Nr. 1054 Nr. 1054 / 020

Daniel Empadi: Diese Bidayuh-Maske stellt einen Fisch dar für Fischer, die Fischfallen aufstellen. Wenn ein Fischer seine Fallen immer leer findet, schickt er einen Schamanen, um zu klären, wer die Fische gestohlen haben könnte. Bei dieser Gelegenheit trägt der Schamane diese Maske, durch die er den Übeltäter sieht. Die Maske stellt einen Geist dar. Der wird sagen: Ich war es, ich war hungrig, und das ist mein Fischgebiet. Der Schamane kämpft mit ihm, bis er einige Fische zurückgibt. Der Geist erbricht sie. Wenn man sie isst, steht man unter dem Schutz des Geistes.

This mask represents a fish. In case of always empty fish traps, the fisherman will call the shaman to find out who has stolen the fish. For this reason the shaman wears this mask. The mask represents a bad ghost and he will answer: I was very hungry and it was my fishing area. The ghost will vomit some of the fish he ate to give them back to the family. They eat the fish and from now on, they are under protection of this ghost.

Nr. 1055 Nr. 1056  Nr. 1057
 Nr. 1058  Nr. 1059  Nr. 1060
 Nr. 1061  Nr. 1062  Nr. 1063
 Nr. 1064  Nr. 1065  Nr. 1066
   
 Nr. 1067    
Nr. 1068 / 022

Daniel Empadi: Über Hirsch-Masken heißt es in einer Iban-Sage, ein „brüllender Hirsch“ sei der Gott aller Götter. Er war ihr Verbündeter während der Kopfjägerzeit. Er half ihnen. Er versuchte, sie vor den Feinden zu verstecken. Er versteckte gute Menschen vor den bösen. Dies ist einer der Gründe, warum manche Iban kein Reh- und Hirschfleisch essen. Falls es ein Iban doch tut, könnte er irre werden oder auch sterben. Daniels Schwieger- mutter hat nie Hirschfleisch gegessen und wollte auch Daniel davon überzeugen. Der isst es aber, weil er Christ ist. Seiner Frau ist es verboten, sie isst auch keinen Dschungelfarn, denn darin können sich Frauen während ihrer Periode vor bösen Geistern verstecken. Viele solcher Bräuche werden auch heute noch weitergegeben von einer Generation zur anderen. Bidayuh z. B. schützen Krokodile und werden darum niemals von ihnen gefressen. Das geht auf ein altes Ereignis zurück: Ein Krokodil fraß einmal einen Fisch und verletzte sich durch eine Gräte. Ein Bidayuh half dem Krokodil und entfernte die Gräte. Darauf versprachen die Krokodile, nie einen Bidayuh zu fressen. Das unterscheidet Bidayuhs von den Iban: Die essen Krokodilfleisch.

Barking deer. In an Iban tale the roaring deer is the god of the gods. He helped the head hunters during their hunting time. When this ghost appears, he helps. He tries to hide himself from his enemy. He hides people from bad ones. This is one of the reasons, why Iban don‘t eat deer meat. If he does, he could get crazy or die. Daniels mother in law never eats deer meat and tried to convince Daniel too. But he is a Christian and is allowed to eat deer meat. For his wife it is forbidden. Like it is forbidden for her to eat jungle fern. Because during their menstruation women can hide in the fern from bad spirits. These tales are spread from mouth to mouth and from generation to generation. Another example: the Bidayuh tribe protect crocodiles and never get eaten by them. The story says: after a crocodile ate a fish, he hurt himself by a fish bone. A Bidayuh came and helped him, so the crocodile promised never to eat a Bidayuh again. Unlike to the Iban. Iban people eat crocodile meat, so they have to be careful not to be eaten by them.

Nr. 1069  Nr. 1070  Nr. 1071

 
 Nr. 1072  Nr. 1073  
Nr. 1074 / 024

Daniel Empadi: Diese Maske wird bei den Bidayuh getragen, um krankmachende Geister aus dem Körper zu locken. Solche Geister sind oft schwer zu fassen. Der Kranke muss solange auf einer Geisterwippe schaukeln, bis der Schamane Einhalt gebietet. Der Schamane trägt dabei eine Maske, und der Kranke manchmal ein rotes und schwarzes Kostüm, um den Geist damit hervorzulocken. Der Kranke muss solange schaukeln, bis der Geist aus seinem Körper fällt. Je grausamer die Geister, desto grausamer müssen die Masken sein.

This mask is to effect a cure of an illness. It is difficult to reach these spirit. The ill patient is posed on a swing until the shaman stops him. To force the ghost to come out of the body, the shaman wears the mask and the sick person wears a black costume. The patient swings intensively and hopes, the ghost will drop off. This mask shows the cruelty of the spirit.

Nr. 1075 / 025

Daniel Empadi: Diese Bidayuh-Maske hat Ähnlichkeit mit einem Orang-Utan. Die Bidayuh träumen oft von ihm. Sie glauben, dass diese Tiere so etwas wie Götter seien. Für die Bidayuh sind die Orang Utan noch immer Botschafter einer anderen Welt.

This mask looks like an Orang Utan. This face appears in Bidayuh dreams. For a long time, Bidayuh believed Orang Utans where gods and had to bring messages of certain news                                      from a different world.

Nr. 1104 Nr. 1104

Zu Nr.1104 meinte Daniel Empadi: 

Eine Bidayuh-Maske: Ramaong sagen wir Iban zu diesem Geist. Ramaong heißt Wolf oder Leopard. Der Wolf begehrt besonders Jungfrauen. Er tötet sie, um an ihre Seele zu kommen. Die jungen Frauen fliehen im Traum aus dem Longhouse. Sie beschreiben das Aussehen für die Maske, denn sie sind dem Wolf ja im Traum begegnet. Der Schamane benutzt seine Kraft, um gegen den Geist zu kämpfen. Er muss ihn töten. Diese Masken sind immer einmalig, weil die Betroffenen dem Ramaong ja begegnet sind und ihn sehr genau beschreiben können. Der Schamane beschreibt wiederum dem Schnitzer das Aussehen des Ramaong. Jede Schnitzerei ist eine Deutung des Traumes. Der Ramaong gehört zu den bösen Geistern, die Antu genannt werden. Der Ramaong ist sehr unterschiedlich, manchmal packt er schnell zu, manchmal langsam, manchmal hilft er sogar jemandem.

 



 Nr. 1076   Nr. 1077   Nr. 1078
  Nr. 1079   Nr. 1080   Nr. 1082
  Nr. 1083   Nr. 1084   Nr. 1085
  Nr. 1086   Nr. 1087   Nr. 1088
  Nr. 1089   Nr. 1090   Nr. 1091
  Nr. 1092   Nr. 1093   Nr. 1094
  Nr. 1095   Nr. 1096   Nr. 1097
  Nr. 1098   Nr. 1099   Nr. 1100
   Nr. 1101    Nr. 1102    Nr. 1103
   Nr. 1104    Nr. 1105    Nr. 1106
   Nr. 1081    Nr. 1107    Nr. 1010
   Nr. 1108    Nr. 1109    Nr. 1111
 Nr. 1112  Nr. 1113  Nr. 1114
 Nr. 1115  Nr. 1116  Nr. 1117
 Nr. 1117a  Nr. 1118  Nr. 1119
 Nr. 1120  Nr. 1121  Nr. 1122
 Nr. 1123  Nr. 1124  Nr. 1125
 Nr. 1126  Nr. 1127  Nr. 1128
 Nr. 1129  Nr. 1130  Nr. 1131
 Nr. 1132  Nr. 1133  Nr. 1135
 
 Nr. 1134    Nr. 1136
 
Nr. 1137  Nr. 1138  
Nr. 1126 Nr. 1126

Daniel Empadi und Gani Samarubah waren sich einig über Weißmasken wie die Nummern 1126, 1129,1173, 1168, 1204

Weißmasken haben die Größe menschlicher Gesichter. Keines dieser Gesichter ähnelt dem anderen. Ihr Ausdruck schwankt zwischen drohend und lächelnd, ihr Alter zwischen jugendlich und greisenhaft. Es gibt Kindergesichter und solche von Männern oder Frauen. Mischwesen oder Tiere gibt es nicht. Die Wirkung der Weißmasken ist entweder abschreckend oder anlockend: Abschreckend für Schadgeister, anlockend für Nutzgeister. Weißmasken sichern die Reisfelder von der Aussaat im Oktober bis zur Ernte im März. Das ist ihr Sinn, darin besteht ihre Kraft. Verdirbt die Ernte durch Witterung, Wildtiere oder Insekten, sind die Weißmasken dafür verantwortlich, aber sie sind nicht Schuld daran. Es können falsche Masken gewesen sein oder kraftlose oder verbrauchte. Dann wird ein Schamane zu Rate gezogen. Er prüft die Masken und die Ernte. Verbrauchte Masken werden fortgeworfen. War die Reisernte gut, werden die Weißmasken aufbewahrt und neu gekalkt (wie Nr.1204), um ihre Kraft zu konservieren. Beim Erntefest, dem Gawai, tragen die Langhaus-Bewohner die guten Weißmasken. Dazu werden sie frisch bemalt , manchmal auch mit geschlagener Baumrinde, dem Tapa, geschmückt.     Zu sehen bei Nr.1129.



Nr. 1139 / 037

Gani Samarubah: Affenmaske: Orang Utans haben engen Kontakt zu den Iban, besonders bei der Geburt. Ganis Mutter ist bei seiner Geburt gestorben. Gani aber blieb am Leben. Er
verdankt das seinen Ahnen, den Orang Utan.

 Orang Utans are close to Iban, especially during birth giving. Gani`s mother died after he was born. Gani was protected by his ancesters.

Daniel Empadi: Er kennt dazu diese Geschichte: Eines Tages sah ein Jäger oben
im Baumnest einen Orang Utan bei der Geburt eines Jungen. Er bemerkte, dass
die Entbindung sich schnittlos und leicht vollzog. Iban machten immer einen Schnitt
zur Geburtserleichterung. Danach starben manchmal Mutter oder Kind. Der Jäger
berichtete seine Beobachtung in allen Longhäusern. Seitdem gebären die meisten
Ibanfrauen wie die Orang Utan.

Orang Utan live in very close contact to human beings. One day a young hunter observed an Orang Utan by giving birth high up in his tree-nest. The hunter realised the Orang Utan had given birth very easy and without any cut. Until that time Iban cut mothers to give birth easily but often mother or child died. The hunter told everybody in the longhouses of what he saw. Since that time Iban give birth like Orang Utan do.

 Nr. 1140  Nr. 1144  Nr. 1152a
 Nr. 1141  Nr. 1142 Nr. 1143
 Nr. 1145  Nr. 1146  Nr. 1147
 Nr. 1148  Nr. 1149  Nr. 1151
 Nr. 1152  Nr. 1153  Nr. 1154
 Nr. 1155  Nr. 1156  Nr. 1157
 Nr. 1158  Nr. 1159  Nr. 1160
 Nr. 1161  Nr. 1162  Nr. 1163
 Nr. 1164 Nr. 1165  Nr. 1166
 Nr. 1167  Nr. 1168  Nr. 1169
 Nr. 1170  Nr. 1171  Nr. 1172
Nr. 1156 Nr. 1156

In Nr.1156 erkennt Mr. Ingai Gasing die Stämme der Orang Ulu oder Bidayuh:

Die eingeschnitzten Kreise bedeuten Tätowierungen und geben den sozialen Status an. Die Iban kennen dergleichen nicht. Bei ihnen war nur der Chief tätowiert als ihr Tonangeber.

Nr. 1173 / 031

Daniel Empadi und Gani Samarubah: Weißmasken haben die Größe menschlicher Gesichter. Keines dieser Gesichter ähnelt dem anderen. Ihr Ausdruck schwankt zwischen drohend und lächelnd, ihr Alter zwischen jugendlich und greisenhaft. Es gibt Kindergesichter und solche von Männern oder Frauen. Mischwesen oder Tiere gibt es nicht. Die Wirkung der Weiß- masken ist entweder abschreckend oder anlockend: Abschreckend für Schadgeister, anlockendfür Nutzgeister. Weißmasken sichern die Reisfelder von der Aussaat im Oktober bis zur Ernte im März. Das ist ihr Sinn, darin besteht ihre Kraft. Verdirbt die Ernte durch Witterung, Wildtiere oder Insekten, sind die Weißmasken dafür verantwortlich, aber sie sind nicht Schuld daran. Es können falsche Masken gewesen sein oder kraftlose oder verbrauchte. Dann wird ein Schamane zu Rate gezogen. Er prüft die Masken und die Ernte. Verbrauchte Masken werden fortgeworfen. War die Reisernte gut, werden die Weißmasken aufbewahrt und neu gekalkt (wie Nr.1204), um ihre Kraft zu kon- servieren. Beim Erntefest, dem Gawai, tragen die Longhouse-Bewohner die guten Weißmasken. Dazu werden sie frisch bemalt , manchmal auch mit geschlagener Baumrinde, dem Tapa, geschmückt. Zu sehen bei Nr.1129.

Whitemasks have the size of human faces. No face looks like the other. The expression is alternating between threatening and smiling. There are children faces and those of men and women. Mixed creatures and animals are not existing. The effect of Whitemasks is either frightening or attracting. Frightening against the damaging spirits, attracting for the favorable spirits. Whitemasks are protecting ricefields from the seed in October till to the harvest in March. That is their essence and purpose and that is their power. If the harvest damaged by weather, by game or insects, then the whitemasks are responsible, but they are not guilty: It could be the fault of wrong masks or masks without power or wasted masks. Then a shaman has to give advise. He controls masks and harvest. If the rice harvest was well he orders all powerfull whitemasks in storage after painting with chalk (like Nr.1024) to conserve their power. But before this takes place in the time of Gawai – the harvest festival – all people are wearing the powerfull whitemasks having painted them and sometimes decorated with Tapa, the caned bark of trees, as you see in Nr.1129.

 Nr. 1174  Nr. 1175  Nr. 1176
 Nr. 1177  Nr. 1178  Nr. 1179
 Nr. 1180  Nr. 1181  Nr. 1182
 Nr. 1183  Nr. 1184  Nr. 1185
 Nr. 1186  Nr. 1187 Nr. 1188
 Nr. 1189  Nr. 1190  Nr. 1191
 Nr. 1192  Nr. 1193  Nr. 1194
 Nr. 1195  Nr. 1196  Nr. 1197
 Nr. 1198  Nr. 1199  Nr. 1200
Nr. 1201  Nr. 1202  Nr. 1203
 
 Nr. 1203a  Nr. 1204  Nr. 1204a
     
 Nr. 1205    
Nr. 1206 / 047

Daniel Empadi: Krankheitsmaske: Ein böser Geist ist in den Kranken gefahren. Jetzt wächst er bereits aus seiner Stirn heraus. Die Maske soll ihn bannen. Der Schamane sieht durch die Maske den Geist. Er war erst sehr klein und unsichtbar, als er durch die Nase herein-schlüpfte. Erst wenn der Schamane ihn erkennt, kann er ihn bekämpfen.

 

A bad spirit has invaded into a human being. Meanwhile the spirit is extending his forehead. This mask shall banish the bad spirit. The shaman is able to contact the spirit throughout this mask. First the bad spirit was a very small one and invisible while he slipped into the nose of his victim. Now the shaman can fight the spirit. Before this takes place he had to detect him.

Nr. 1208 / 48

Ingai Gasing: Vom Stamm der Orang Ulu oder Bidayuh. Die eingeschnitzten Kreise bedeuten Tätowierungen und geben den sozialen Status an. Die Iban kennen soziale
Schichten nicht.

The circles represent tattoos and show the social status, usually in Orang Ulu or Bidayuh tribes. Iban don´t know social strata.

 
Nr. 1207  

 

Maske Nr. 1209 Maske Nr. 1221 Maske Nr. 1227
 Nr. 1209  Nr. 1221  Nr. 1227
 Nr. 1210  Nr. 1211  Nr. 1212
 Nr. 1213  Nr. 1214  Nr. 1215
 Nr. 1216  Nr. 1217  Nr. 1218
 Nr. 1219  Nr. 1220  Nr. 1222
 Nr. 1223  Nr. 1224  Nr. 1225
 Nr. 1226  Nr. 1228  Nr. 1229
   
 Nr. 1229a    
Nr. 1231a / 136

Auf diese beiden Orang Utan Masken-Kostüme aus Borneo trifft der Text zu, welcher im Ethnologischen Museum in Berlin -Dahlem der Ausstellung Afrikanischer Masken vorangestellt ist:

„Die Träger einer Maske wurden nicht einfach als verkleidete Menschen angesehen. Masken, vor allem die von Geistern oder Ahnen, waren nicht nur Darstellungen oder Bilder. Im Bewusstsein des Maskenträgers und der Zuschauer trat der Ahne oder Geist selbst auf... Manche Masken hatten eine solche Macht, dass sie bei ihren Auftritten an Stricken geführt wurden... Gesammelt wurden meist nur die aus Holz geschnitzten Teile der Masken, die das Gesicht bedeckten. Die Kostüme, die unabdingbarer Teil aller Maskentänze waren, wurden nur selten mitgenommen.“



Nr. 1231b / 137

Für auswechselbare Personen und Masken. Aus Sagopalmfasern dicht unter der Rinde: Ijok genannt. Solche Fasern finden sich auch an Masken. Ijok-Kostüme sind, obwohl kaum vergänglich, selten. Häufiger sind Palmblatt-Kostüme. Der Kurator Mr. Joseph Ingai (ebenfalls ein Iban) bemerkte dazu: „Iban mögen gern freche Sachen machen, spielen, erschrecken, einschüchtern, suchen immer Gründe zum lache sind gern schadenfroh, dabei oft selber von Ängsten getrieben. Was die Masken betrifft, sind die der anderen Stämme farbiger, unsere eher dunkel. Zu unseren Vorfahren gehört nach Meinung unserer Voreltern der Orang Utan“. Eine Maske dieser Kostüme enthält noch altes Orang Utan Fell.
Iban mask-costumes
Not for a specific person; the masks can be changed, too. Made from fibres, which are found underneath the bark of the Sago palm tree: They are called “Ijok”. These fibres can be found on masks, too. Despite the fact that Ijok-costumes are very durable, they are quite rare. Much more frequent are costumes made from palm tree leaves. The curator, Mr. Joseph Ingai (himself an Iban) annotates: “The Iban can be quite cheeky. They like to play, to startle, to intimidate, they like to laugh, are impish, but behind all this, they are often afraid and insecure themselves. Regarding the masks, the ones from other tribes are more colourful, ours are darker. Our ancestors believed that the Orang Utan is one of our forefathers. Among these costumes is a mask, which has some Orang Utan skin worked into the design”.

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