Masken

Masken gehören zum Menschen. Schon in der Steinzeit wurden sie hergestellt zum Überbrücken der Trennung von Diesseits und Jenseits.

Wie sie aussehen, hängt vom Weltbild ihrer Hersteller ab. In Borneo waren die Urwaldbewohner nicht nur Kopfjäger, sondern auch große Träumer des Jenseits, darum sind viele ihrer Masken Traumgebilde, in denen ihre Ängste vor den jenseitigen Machthabern und ihre Hoffnungen auf deren Hilfe, Gestalt annahmen.

Im 20. Jahrhundert änderte sich auch in Borneo das Bild vom Jenseits. Langsam verschwanden auch dort die jenseitigen Machthaber und damit Kultgegenstände und Masken, welche die Beziehungen zu ihnen geregelt hatten: Sie wurden nicht mehr gebraucht.

Uns hat das 20. Jahrhundert dadurch eine Entdeckung gebracht: Indem sie ihre Lebensnotwendigkeit verloren, wurden diese Kultgegenstände der Eingeborenen für uns zu Kunstwerken. Viele Enkel der Eingeborenen sehen das heute auch so.

Im Jahre 1983 sagte Lucas Chin, Direktor des Sarawak-Museums in Kuching: Ich bin stolz auf die Sammlung von 100 Borneo-Masken, die kürzlich vom Nationalmuseum Malaysias in Kuala Lumpur erworben werden konnte. Sie sind 20 bis 30 Jahre alt. Auch unser Sarawak-Museum in Borneo hat jetzt also eine Sammlung traditionell gebrauchter Borneo-Masken unserer Ahnen ausgestellt.

Die  Objekte der Sammlung KULT stammen von Richard Yong und Felix Ang.

 

Fünf Angehörige des Iban-Stammes bemühten sich in unserer Zeit, die Borneo-Objekte der Sammlung KULT zum Sprechen zu bringen. Es waren Daniel Empadi aus Betong, die Bewohner des Longhouses Samarubah am Batang Lemanak, wie Gani und sein Großvater der Schamane, vor allem aber der Kurator des Sarawak-Museums in Kuching Mr. Joseph Ingai Gasing, der selber ein Iban ist. Ich habe ihn vor zehn Jahren gefragt: Würdest Du dieses Objekt kaufen, wenn es Dein Etat zuließe? Sagte er „Ja“, klebte ich einen goldenen Punkt drauf, sagte er: „Chinese“ einen gelben. Er mochte die Chinesen nicht. Sie achten die Gegenstände unserer Ahnen nicht, sagte er, sie machen damit Geschäfte, sie machen Airport Art, die ins Fluggepäck passt, die nie ein Dajake benutzt hat. Allenfalls fragen sie unsere Leute: Die Hampatongs da, haben die noch Power, oder können die weg? Eure Missionare nannten Hampatongs „Götzen“, sie nahmen sie wenigstens ernst.

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